8/24/2016

Unbekannte Gießer









Dieser Gießer ähnelt der Form Neptun von Horst Walther. Er unterscheidet sich aber in der Form der Schnaupe und bei Neptun ist die rechte Hälfte des Zick-Zack-Bandes mit Riefen verziert.



Sofern jemand weitergehende Informationen oder Hinweise (Hersteller, Entwerfer, Herstellungszeitraum ect.) hat, bin ich für jede Mitteilung dankbar.

8/23/2016

Ankerglas Bernsdorf


Konfektdose mit Deckel,
aus der Serie Lönskristall, Entwurf Hans Popella, 1936
Form 1504



Obwohl die Vogelmotive wie geschliffen wirken, sie sind es nicht. In der Preßform befanden sich die entsprechenden Negative, die anschließend nur noch geätzt wurden.








Die entsprechende Seite des Glas-Musterbuchs findet sich hier

8/12/2016

Ideal Konservengläser

Ob es sich bei Ideal um einen Hersteller oder eine Eigenmarke handelt läßt sich derzeit nicht ermitteln. Aufgrund der Form des vorhandenen Deckels gehe ich davon aus, daß er vor 1918 hergestellt wurde. Unklar ist bisher allerdings, wann die heute übliche Deckelform eingeführt wurde. In einem Kochbuch der Firma Rex von 1918 finden sich bereits flache Deckel, während in einem Musterbuch der Firma Dröscher & Co. Glasgroßhandlung in Magdeburg von 1926 noch beide Formen parallel angeboten werden. Insofern ist wohl von einem fließenden Übergang auszugehen.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 75mm


2 Liter Konservenglas
Halsweite 95 mm



Normal-Conservenglas

Deckel eines Konservenglases mit der Beschriftung NORMAL GARANTIERT LUFTDICHT. Hierbei kann es sich um eine Eigenmarke der Glas-Großhandlung Müller & Kraft, Dresden handeln. Zumindest findet sich der bisher einzige mir bekannte Hinweis zu Normal-Conservengläsern im Hauptkatalog von 1914 (http://www.glas-musterbuch.de/Mueller-Kraft-1914.101+B6YmFja1BJRD0xMDEmcHJvZHVjdElEPTQzOTUmZGV0YWlsPQ__.0.html). Dort ist der Deckel unter der Nr. 605 zu finden.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 85 mmm


7/19/2016

J. Blumenkrohn, Göttingen

Konservenglasdeckel mit Namenszug der Firma J. Blumenkrohn in Göttingen. Aufgrund der nachfolgenden Informationen gehe ich davon aus, daß der Deckel im Auftrag von einer unbekannten Glashütte produziert wurde. Ein möglicher Hersteller kann Fäcke & Co., Kohlfurt sein. Fäcke lieferte auf Wunsch eigene, namenlose Konservengläser, deren Deckel mit anderen Inschriften versehen werden konnten.
 
Für die folgenden Ausführungen bedanke ich mich bei Frau Ulrike Ehbrecht vom Stadtarchiv Göttingen:

"Das Haushalts- und Spielwarengeschäft von Josef Blumenkrohn ("Riesenbazar J. Blumenkrohn" ) befand sich seit 1906 im Geschäftshaus Groner Straße 26/27 in Göttingen und zählte seit Mitte der 20er Jahre zu den regional führenden Betrieben der Branche. Der geschäftliche Erfolg führte 1927 zur Eröffnung einer Niederlassung in Northeim (Am Münster 20). Nach dem Tod des Firmengründers Josef Blumenkrohn ging der Betrieb auf seinen Schwiegersohn Ernst Jacobson über. Nach 1933 führten Hetze, Boykottaufrufe und tätliche Übergriffe der Nationalsozialisten letztendlich zum wirtschaftlichen Ruin des alteingesessenen jüdischen Geschäfts mit der Konsequenz, dass die Betriebsflächen in der Groner Str. 26 im April/Mai 1934 aufgegeben werden mussten Aufgrund der infolge zahlreicher Beschädigungen der Immobilie eingetretenen finanziellen Engpässe war der Verkauf nunmehr auf das Stammhaus in der Groner Straße 27 beschränkt. Ernst Jacobson bemühte sich leider erfolglos um Abwendung der Firmeninsolvenz. Ab August 1934 kam es zum Räumungsverkauf. Die zum Unternehmen Blumenkrohn gehörigen Grundstücke Groner Str. 27 und Nikolaistr. 17 wurden im März 1935 verkauft."


Josef Blumenkron hatte vier Töchter: Herta, Grete, Edith und Nelli. Herta hatte mit ihrem schwer kriegsversehrten Gatten Albert Isenberg die Niederlassung in Northeim übernommen. 1932 mußte die Niederlassung vermutlich im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in Göttingen geschlossen werden. Familie Isenberg verzog dann nach Hamburg, von dort aus wurden sie nach Theresienstadt deportiert, wo Herr Isenberg 1943 verstarb. Herta Isenberg kam nach Auschwitz, wo sie 1944 ums Leben kam. An das Schicksal der Isenbergs erinnert heute die Aktion Stolpersteine (http://www.northeim.de/uploads/media/flyerStolpersteine.pdf) in Northeim.
Grete und Nelli konnten in die USA flüchten. Edith, verehelichte Jacobson gelang 1938 die Flucht nach Haifa.
Das Grabmale von Josef Blumenkrohn und seiner Ehefrau Berta können auf dem jüdischen Teil des Stadtfriedhofs Göttingen (http://grabsteine.genealogy.net/tomb.php?cem=2234&tomb=464&b=a&lang=de) besucht werden.

Deckel eines Konservenglases
Halsweite 85 mm
Neben dem Namenszug zeigt es in der Mitte noch eine Blume auf einer Krone.


6/09/2016

Apfelreiben

Apfelreiben scheinen im Gegensatz zu anderen Reiben ein ziemlich deutsches Küchenutensil zu sein, da sie mir aus keinem anderen Land bekannt und in anderen Ländern auch nicht gebräuchlich sind. In den mir bekannten Glasmusterbüchern tauchen sie nach 1900 auf.  Wie und wann genau sie entstanden sind wird vorläufig ein Rätsel bleiben. Auf das Warum gibt es schon eher eine Antwort: Glas nimmt keine Gerüche an, rostet nicht und läßt sich leicht reinigen, von daher der ideale hygienische Werkstoff, wenn es um Nahrungmittelzubereitung geht. Bei Apfelreiben wird der Schwerpunkt wohl auf der Zubereitung von Babynahrung gelegen haben.
Apfelreiben sind in ihrem Aufbau mehr oder minder gleich: Sie haben eine elliptische, seltener rechteckige Form von ca. 20 cm Länge, an deren einem Ende eine Zunge als Griff angebracht ist. Ihre Höhe variert zwischen 2,5 und 3 cm. Die Reibefläche sitzt etwas erhöht in der Mitte und ist entweder durch kleine Rauten aufgerauht oder mit kleinen kegelförmigen Zapfen besetzt. In der umlaufenden Vertiefung sammeln sich dann der Saft und das Reibegut.


Apfelreibe der Oberhausender Glasfabrik Funke und Becker



Apfelreibe der Ruhrglas AG



unbekannter Hersteller



unbekannter Hersteller



unbekannter Hersteller


Vereinigte Radeberger Glashütten AG

Ein historischer Abriß zu den zugehörigen Glashütten findet sich hier

http://www.pressglas-korrespondenz.de/aktuelles/pdf/mauerhoff-radeberg-1890.pdf

Das Unternehmen mußte 1902 Konkurs anmelden. Die Maschinen zur Preßglasproduktion bildeten die Grundlage für die Gründung der Glasfabrik AG Brockwitz 1903


Dessert- oder Blumenschale
Dekor Rococo, ca. 1897


12/16/2015

Flaschen für Rotti Suppenwürze - Original und Miniatur

Ob beide Flaschen vom gleichen Hersteller stammen ist unklar. Die Flasche in Originalgröße wurde im Auftrag der Firma Rotti, München hergestellt. Rotti produzierte Suppenwürfel und Suppenwürze.
Die Miniaturform wurde für einen Kaufmannsladen gefertigt. Um Kinder mit der sie umgebenden Warenwelt vertraut zu machen, insbesondere der zeitgenössischen Markenprodukte, wurden deren äußeren Hüllen (egal ob aus Glas, Blech oder Karton) im verkleinerten Maßstab gefertigt.




Schott Mainz


Hierbei handelt es sich vermutlich um einen Milchgießer, der Entwurf könnte von Heinrich Löffelhardt stammen.



Schott & Gen. Jena

Obwohl die Firma Schott 1884 in Jena gegründet wurde, ist den meisten heute eher der Sitz in Mainz geläufig und Jena hat sich nur noch in der Bezeichnung Jenaer Glas erhalten. 
Ab 1930 wurde Wilhelm Wagenfeld freier Mitarbeiter; zahlreiche seiner Entwürfe für Schott zählen heute zu den Designklassikern und werden inzwischen auch wieder neu aufgelegt.

Ein Überblick zur Firmengeschichte findet sich hier


Auflaufform, Entwurf Wilhelm Wagenfeld ca. 1930




Form 3032
Glasschale, Pfanne, Pfännchen, Backform
Entwurf Wilhelm Wagenfeld, ca 1930